Die Angst meiner eigenen Eroti.
- lisefreedli
- 20. Sept. 2023
- 5 Min. Lesezeit
Vom Raum einnehmen und zulassen meiner Sinnlichkeit.
Ich betrete einen Raum. Eine Frau, ich kenne sie, und ihr Freund, den ich auch kenne, begrüssen mich freundlich. Ich mag die beiden. Ich fühle mich wohl.
Der Weg hierhin? War ein kleines Abenteuer. Bis ich den Raum gefunden habe.
Aufregung ist in der Luft.
Kennst du das, wenn du etwas nicht entschieden kannst? Weisst du, was ich auch erfahre?
Das, wenn ich mir die Zeit nehme, mein Körper selbst entscheidet.
Das, wenn ich aufhören, kontrollieren zu wollen, etwas, was MEHR ist als „nur“ meine vier Körper ((Körper, Emotional, Mental, Spirituell)), entscheidet. Und zwar on point, dann, genau dann, wenn es sein soll. Sich dann alles fügt. Und es dann auch keine weiteren Fragen gibt.
So ging es mir an diesem Abend. Ich glaube, es war ein Freitag, und ich musste nicht hin und her studieren. „Plötzlich“ stand ich unter der Dusche, habe mich bereit gemacht. Bin ins Auto gestiegen, und los ging’s. Seit ich von der Veranstaltug wusste, hat mich etwa gerufen. Ich finde es total interessant, dass oft dann, wenn ich etwas nicht entscheiden kann, schlicht die Zeit für diese Entscheidung noch nicht reif ist. Und dass dann, wenn etwas mich aus dem Innersten bewegt, es einfach keine Fragen mehr gibt. Ich die Entscheidung sozusagen „lebe“. Mein Körper IST die Entscheidung in Aktion.
Ich fuhr also los. Parkplatz suchen. Den Raum in diesem Riesen Riesen Gebäudekomplex suchen. Aufregung spüren…
Dann.
Hier bin ich also, im Raum.
Ankommen, einwenig plaudern.
Schuhe aus, Jacke an den Garderobenständer hängen, Tasche deponieren.
Der Raum ist noch kaum mehr als ein Eingang. Denn vor uns ist ein Vorhang. Der schützt unsere Blicke vor dem Raum. Patricia legt mir Augenbinden an. Ich sehe nichts. Ich werde in den großen Raum geführt.
Sobald ich nichts mehr sehe, und ihre Hände auf meinen Schultern spüre, öffnet sich eine neue Welt. Ich entspanne mich. Und stehe doch unter Spannung, Aufregung, Antizipation.
Sie führt mich in den Raum. Ich bleibe stehen. Sie entfernt sich wieder von mir. Ich sehe nichts, und sehe doch alles.
Wir nehmen so vieles wahr. Ohne Worte spüren wir alles. Ohne Blicke sehen wir alles. Wir sind so krasse Wesen.-
Und ich weiss nicht, wie’s dir geht, aber seit zwei drei Jahren fühlt es sich an, als wäre mein Körper in einem stetigen Upgrade // Update.
Die Sinne schärfen sich.
Wir sind so viel mehr, als wir wahrnehmen können.
Ich stehe im Raum,.
Ich höre Geräusche. Ich nehme den Raum wahr. Ich höre die anderen Menschen. Es sind fünf Körper in diesem Raum.
Meine Sinne sind so wach.
Ich bin aufgeregt, und spüre immer wieder meine Füsse.
Ich nehme den Raum wahr. Und alle Körper, die da sind.
Ich spüre Wind. Ich höre Geräusche. Und tauche ein.
Wir bewegen unser Körper, wir tanzen, klingen. Miteinander, und jede für sich.
Das finde ich so unglaublich schön an diesen Räumen - es ist so sehr eine Kokreation von genau den Menschen, die in diesem Raum sind. Alles, was du verkörperst, deine Stimme, deine Spannung, was du zurück hältst, was du aussprichst, alles kreiert den Raum mit.
Und dann nehmen wir die Augenbinden ab.
Ich nehme mir Zeit, soviel, ich brauche.
Spiele damit, Menschen anzuschauen. Und auch wieder nur für mich zu sein, wenn ich es brauche.
Wir tanzen.
Da ist etwas, was mich so sehr berührt. Die erotische Spannung in mir selbst. Die erotische Spannung zwischen der, der ich bin, und der, die ich sein kann. Das auszuhalten. Damit zu spielen. Ich werde so traurig, und fühle mich so zerbrechlich, neugierig, unschuldig, neu, nackt.
Diese erotische Spannung beschäftigt mich so sehr- wie ich damit spielen kann. Und das soviel von dieser Traurigkeit damit zusammenhängt - mit dieser Spannung.
In einem Gespräch mit mir selbst habe ich das herausgefunden - so viel Trauer da ist, weil das, was und wie ich es lebe, nicht voll repräsentiert, wer ich bin.
Und diese Traurigkeit verbindet uns.
Aber es ist mehr als die Traurigkeit, die uns verbindet.
Träume und Liebe und Sehnsucht verbindet uns ebenso.
Und dann wird es mir zuviel. Ich verlasse den Raum, gehe zu meiner Tasche. Trinke etwas. Spüre meine Füsse. Ich halte mir den Raum. Ich halte dieser Trauer und Unsicherheit, dieser Zerbrechlichkeit den Raum. Was wird mir zuviel? Dass das eine neue Referenz ist? Das ich hier mich sein kann, erotisch, sinnlich, einfach SO, wie ich bin? Ist es die neue Referenz, die mir zuviel ist? Ist es die Genussbandbreite, die sich erweitert, und das wird mir zuviel...?
Da ist ein unendlicher Erotischer Hunger.
Und eine körperliche, emotionale, mentale Bandbreite.
Und zwischen diesem Hunger und dieser Bandbreite, ist ein Gap. Auch den gilt es auszuhalten.
Mehr und mehr diese Genusskapazität erweitern.
Eine Kapazität- für Genuss.
Was, wenn ich darüber hinaus gehe? Wenn ich soviel Genuss verspüre, wie mein Körper nicht kennt. Diese Genuss Bandbreite wird also ständig erweitert.
Und da habe ich diese Referenz. Hier. Physisch. Zellulär.-
Ich bin in einem Raum. Da sind zwei Menschen, die ich kenne und mag. Und zwei Menschen, die ich nicht kenne. Sie bewegen sich und begegnen sich und ich bin mitten drin und es ist ok.
Ich kann bei mir sein. Also trinke ich mein Wasser, und sage mir: Baby, ich bin da. Alles ist ok.
Nimm dir Zeit. Bleib bei dir. Stell den Kopf aus, und folge deinem Körper.- Lass deinen Körper führen. Folge der Neugier. Und lass den Körper, lass deine Sinnlichkeit übernehmen. Du bist safe. Du darfst diese Sinnlichkeit ebenso zulassen, wie das Gefühl von Klein Sein.
Beides ist ok.
Und ich gehe raus.
Und tanze. Und fühle mich unglaublich lebendig, und so erotisch, und so heiss. Und alle … können es fühlen. Bezeugen es.
Und ein Mann fühlt sich zu mir hingezogen, er kommt in meinen Raum. Er ist da. Und es ist schön. Unsere Körper begegnen sich. Wenn ich gebe. Dann gebe ich alles. Ich gebe mich hin. Ich lasse das zu, was ist. Und bleibe so sehr bei mir. Und ich merke - Elisabeth, du kannst das halten. Du KANNST mit dieser Erotik spielen. Mit dieser Spannung.
Und da ist sie. Die Angst vor der eigenen Sinnlichkeit. Das Gefühl, das mich diese Erotik restlos verspeisen und auffressen kann, vollständig. Das wenn sie mich nimmt, das, wenn ich mich darauf einlasse, sie mich voll und ganz will und nimmt. Meine eigene Sinnlichkeit. Meine eigene Erotik. Das alles spüre ich in meinem Körper. Das alles, was ist, die ganze Sinnlichkeit und Lust
Meine ist
Mir gehört
Mir Angst macht.
Die Angst vor der eigenen Erotik.
Es gibt keine light Version von Hingabe
Und wir tanzen. Und wir…. Begegnen uns. Wahrhaftig und nackt.
Es ist eine kurze, eine unendliche Begegnung. Zeit löst sich auf in diesem Raum der Präsenz.
Wir sind da. Vollkommen. Beieinander und für sich.
Es ist ein unglaublicher Moment.
Eine erste, eine tatsächliche Ahnung von allem, was möglich ist, wenn ich diese Erotik zulasse, und mich für diese Sinnlichkeit nicht schäme. Sie nicht zurück halte.
Das halten.
Die Attention halten.
Damit will ich spielen. Damit will ich forschen.
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