Regretting Motherhood ((??)).
- lisefreedli
- 23. Dez. 2023
- 12 Min. Lesezeit
Zwischen Babygeschrei, heilenden Dammwunden und spannenden Brüsten hatte ich komplett vergessen, wer ich war.
Niemals vergesse ich den Morgen,als ich, halb schlafend, halb wach, mit einer unbeschreiblichen Trauer und Sehnsucht aus einem Traum erwacht bin.
Neben mir meine warmen, weichen, süss duftenden, zauberhaftenschlafenden Kinder, mein schlafender Mann-
und ich.
Mittendrin.
Und mir war nur noch nach heulen.
Der Traum war eine Befreiung- ich erinnere mich nur noch schwach an ihn, da sind keine Bilder mehr, von einer Handlung schon gar nicht zu reden.
Aber Gefühle.
Starke Gefühle.
Die Süsse der Unabhängigkeit, die Aufregung der Freiheit, die Unschuld und Neugier, wenn etwas Neues beginnt.
Ich lief davon in diesem Traum.
Weg von meinen Kids, weg von Robin weg von dieser unendlichen Last der Verantwortung, weg von Zuhause, weg von der Routine, dem Haushalt, den Banalitäten, die mich so sehr langweilten.
Einfach weg.
Lange Zeit war ich eine sehr, sehr unglückliche Mutter.
Ich habe es gehasst zuweilen.
Ich fühlte mich eingesperrt, innerlich tot, leer, unfähig, unerfüllt.
Meine Kinder und die Liebe zu ihnen habe ich nie in Frage gestellt, und genau DA entsteht ja der Konflikt.
Was bin ich nur für eine beschissene Mutter, wenn ich es oft tatsächlich einfach nur beschissen fand, überhaupt eine zu sein?
Ich wollte etwas ändern- ja, es MUSSTE sich etwas ändern, aber ich hatte keinen Plan, was oder wie.
Wo war mein Platz?
Was sollte ich weitergeben?
Ich fühlte mich nutzlos, langweilig, wertlos, depressiv, frustriert, ich schämte mich. Ich machte mir unendlich viel Druck.
Und ich war wütend.
Meine Kids gingen mir auf den Sack und das zerriss mein Herz, da ich sie über alles liebe.
Am besten kann ich diese Zeit als Bore und Burnout beschreiben- intellektuell komplett unterfordert in meinem Job als Familienmanagerin, oder, landläufig "Mutter" und dennoch in meinem Job als Familienmanagerin latent überfordert -
und dann starb mein Vater. Und das Burnout kam.Ich war gerade schwanger mit meinem vierten Kind.
Am 21. Juni 2015 hatte ich den Nervenzusammenbruch, Baby vorne im Bauch, Kleinkind hinten in der Trage.
Es war Siesta Zeit, und ich hatte meinen Sohn versehentlich fallen lassen und dann
.... ging einfach gar nichts mehr.
Ich weiss noch, das ich mich in unserem kleinen Klo eingesperrt habe. Meine Mutter war am Telefon, und sie sagte wieder und wieder zu mir:"einatmen, ausatmen, Elisabeth. Ich komme so schnell ich kann."
Bezeichnend ist für mich vorallem dies - ich war mit den Kids in der Küche, am hyperventilieren, nur noch am heulen und schreien.
Und dann klopfte es.
Meine Tränen habe ich runtergeschluckt, mir das Gesicht gewaschen.
Ich glaube, sie wollte eine Bohrmaschine von mir.
Oder einen Aufsatz dafür. So gerne wäre ich heulend in ihre Armen gefallen, aber ich konnte nicht. Ich habe alles zurückgehalten, in den Sack gestopft und den Sack zugemacht.
Am 28.Juni, eine Woche später also, zogen wir um. Die Woche habe ich im Bett gelegen, viel mit meiner Homöopathin telefoniert, Baldrian Tröpfli genommen, an meinem Lavendelsack gerochen und meine Freundinnen beim packen instruiert. Im November, inmitten von Umbauten, in einem neuen Haus, entwurzelt und noch nicht angekommen im neuen Ort, gebar ich mein viertes Kind friedlich alleine mit Robin zuhause.
Darauf folgte ein sehr ruhiges Jahr. Und gleichzeitig das wohl schwierigste meines Lebens.
Kaum Kontakt zur Aussenwelt. Nur runterfahren. Morgens aufstehen und irgendwie überleben. Frühstück machen, Erstgeborene ready machen für die Schule. Dann den ganzen Morgen davon erholen. Vier Kleine Kids, und eine komplett erschöpfte Mutter. Ich weiss gar nicht, wie oft ich in diesem Jahr aus meinen Trainerhosen kam.Und ich war so einsam.
Komplett isoliert in irgend so einem 300 Seelen-Dorf.
Ich habe keine Ahnung, wie ich dieses Jahr überlebte.
Es wurde Frühling und ich spürte, dass sich nun endlich was verändern soll.
Da ist die Erinnerung an unser Bett Zimmer - ein Raum, gefüllt mit drei 90cm Matratzen und einer 140cm Matratze, am Fusse des grossen Bettes a little Platz zum ins Bett fallen. Da lag ich, stillend, so oft mit meinem Bébé.
Und hab an meinem Handy nach Karrieremöglichkeiten gegoogelt.
Von Muttermilch versudelt, verstrubbelt hab ich Stunde um Stunde gelesen über Aus- und Weiterbildungen. Da fand ich die Onken Academy, und sie haben in so treffenden Worten die Thematik um Mutterschaft, Ausbildung und Chancengleichheit benannt, das ich plötzlich einen Raum der Möglichkeiten in mir spürte.
Ein Erahnen. Ein Funken.
Und irgendwie landete ich dann in der Online social media bubble....
und was ich sah, gefiel mir.
Dieses niederschwellige, dieses "auch DU kannst was tun! Scheiss auf Zertifikate, Uni und all den Kram! DU hast ein Talent, und die Welt braucht dieses Talent!"
All die Freaks und Alternativen veganen homöopathischen meditierenden smoothie trinkenden Weltreisenden inspirierten mich.((damals noch lol)).
Und so baute ich mir langsam aber stetig, neben einer Ausbildung zum systemischen Coaching, meine eigene Online Präsenz auf.Denn auch das gehört zum ursprünglichen Funke der PussyPower Community - mein Bedürfniss, über die schwierigen, die ambivalenten Muttergefühle zu sprechen.
Damals war Orna Donaths "Regretting Motherhood" ein grosser Befreiungsschlag für mich ((das las ich auch hauptsächlich im Bett-Zimmer.
In den Trainerhosen. mit verschmiertem Shirt und spannenden Milchbrüsten - you get the picture)).Diese Frau hatte meinem Innenleben Worte verliehen, sie fand eine Sprache für die Vielschichtigkeit an emotionalen und mentalen Zuständen, in denen ich mich befand.
Die grosse Erkenntnis-du bist nicht alleine.Nicht alle finden dieses Mutterdings nur toll.Ich wollte darüber sprechen.
Ich wusste jetzt, dass ich damit nicht alleine war.
Und so war mein erster Schwerpunkt - wie kannst du für dich und deine Bedürfnisse als Mutter einstehen? Gut für dich sorgen? Dich an erste Stelle setzen?
Be aware - meine Kinder waren damals soooooo klein. 0, 1, 2 und 5. OMG sind wir geschwommen. Das Wasser stand uns permanent bis zum Hals.
So entstand "Zeit für mich" - so hiess die PussyPower Gruppe ganz am Anfang.
Und let me tell you this - Ich hatte eigentlich so gut wie keinen Plan, WAS machen.
Selbstvertrauen?
Kann frau das essen?
Und was zum Geier ist ein Mindset???
Aber mein Hunger war grösser als mein Zweifel.
Ich war besessen.
Drehte Videos.
Gründete die "Zeit für dich" Gruppe auf Facebook.
Las, schrieb, las noch mehr, schaute X Webinare, holte mir Unterstützung und dann.... investierte ich irgend einmal so verdammt viel Geld, dass meine Hosen sowas von voll waren.
Nun ging es richtig los. Es war Anfang 2017- das Programm, das ich gebucht hatte, startete gerade und ich....
.....dachte: "Hei geil, Elisabeth, in sechs Wochen wirst du reich!"((well. Mit diesen "Versprechungen" und "Erfolgsstories" wurde Marketing betrieben, und ich habs voll geschluckt.))
Diese Mentorin erzählte andauernd von dieser und jenen Kundin die in so und so wenig Zeit XY-tausend Euro umgesetzt hatte.
Geil.
Das wollte ich auch. Und es hörte sich SO einfach an.
So a la zack bumm. Chli dies, chli das, und voilà.
Die Reise konnte beginnen. Ein Businessplan wurde erstellt, Seminare, die ich mir eigentlich nicht leisten konnte, wurden besucht ((aus denen Schulden entstanden, sei hier noch erwähnt)).
Ich war besessen. Konnte kaum schlafen.Meine Stimme zu benutzen, Videos zu drehen und über all die Themen zu schreiben, die mich bewegten war so eine Befreiung.Und es schien mir - da sind Menschen, die das tatsächlich interessiert. Die mir zuhören. Die sich bedanken. Die Trost und Inspiration in meinen Worten finden.
Das war eine so wichtige innere Bildkorrektur.
Hei, du bist nicht einfach ein niemand in Trainerhosen mit vollen Milchbrüsten.
Du hast etwas zu sagen, und was du zu sagen hast, ist wichtig.
Ich wollte diesen Raum schaffen, in dem Frauen sich unzensiert austauschen, Halt und Verständnis und viel mehr finden.
Niemand hat auf mich gewartet
Ich habe mir den Raum GENOMMEN ((!!!)).
Und wenn ich zurück blicke, dann ist das wegweisend. Wie mein Startingpoint war. Und dass es so viel mit Raum einnehmen zu tun hat.
Sich das zuzugestehen, sich das zuzutrauen.
Nicht, weil dir irgendwas geschenkt wird, sondern weil du den Mut findest, es einfach zu tun.
Das Unwissen zu umarmen.
1000 und 1 Sache auszuprobieren
99 mal hart auf die Fresse fallen, und 100mal aufstehen.
In dem Online Umfeld, das ich damals fand, konnte ich jedoch nicht über meine wirklichen Herausforderungen sprechen.
Da war high vibration angesagt. Jede Scheisse, die das Leben dir vor die Füsse knallt, war "ein Glaubenssatz, den du drehen kannst" und wenn du dich nicht ständig strahelnd und dankbar zeigtest, hast du dich sofort schuldig gefühlt.
Ich hatte keinen Raum mit gleichgesinnten, wo ich mal umarmt wurde, gesehen ohne bewertet oder beratschlagt, aufgefangen und mit Verständnis und Liebe eingeölt.
Nix davon.
Also habe ich genau diesen Raum selbst geschaffen.
Wo es keine Tabus gab.
Wo man sein durfte, wer man war.
Messy.
Human.
All of it.
Und wenn ich sage - Selbstvertrauen? Kann frau das essen? Dann mein ich das genau so, wie ich es sage.I
ch dache, ich sei dumm.
Ich war nicht wohl in mir und in meinem Körper.
Zwischen Babygeschrei, heilenden Dammwunden und spannenden Brüsten hatte ich komplett vergessen, wer ich war.
Und irgend einmal, Ende 2017, als ich immer noch keinen einzigen Cent verdient hatte, merkte ich, wie viel DRUCK wieder da war.
Wie ich die Freude verlor,
Wie ich frustriert war, weil "mein Durchbruch" ((entgegen all den "Erfolgsstories" meiner Coaches ...)) immer noch nicht gekommen war.
Dann startete ich eine Kollaboration mit Sonja Kohlenberger, die auch viel mit Müttern arbeiteten. Ein völlig überladener Kurs lol. Aber ein schöner, ein wichtiger Kurs, und die fast 20 Frauen die dabei waren, haben tatsächlich viel mitnehmen können. Ja, es kamen die ersten Verkäufe. Ein verdammt geiles Gefühl nach so viel harter Arbeit.
Aber tausende Euro? Nein, waren es nicht. Und verkaufen fühlte sich SO! verdammt anstrengend an.
Ernüchtert und müde nahm ich mir Ende 2017 eine Auszeit.
Umarmte nur noch Bäume, fastete und trank dreimal Ayahuasca.
Wollte mir keine Marketing Überlegungen mehr machen, bei dem, was ich schrieb oder was ich zu sagen hatte.
Ich wollte MICH - meine Stimme. Keine Konzepte, keine starren Marketing-Dogmen.
Mich.
Ich vergass ALLE Ambitionen, die irgendwas mit XY Euro zu tun hatten und fing einfach an, das zu tun, was ich schon mein Leben lang liebte zu tun.
Ich schrieb......
Es war Winter 2017, und ich war müde von mir selbst, von meinen Abmitionen und dem ganzen Druck, den ich mir ständig machte.
Also schrieb und schrieb und schrieb ich.
Dieses ungefilterte Schreiben über DIE Themen, die mir wirklich am Herzen liegen, war eine riesen Befreiung. Darin war eine Entscheidung für diesen inneren RAUM enthalten, eine Erlaubnis dafür, mich nicht zu zensieren.
Ende 2017 spürte ich, wie wichtig es für mich ist, aus dem Herzen zu entscheiden und nicht aus Angst- dies ist der einzige Weg, um wirklich authentisch und integer zu sein.
Eine verdammt angsteinflössende Entscheidung.Diese inneren Zensurfilter loszulassen, und wirklich auf die Stimme in mir zu hören, die erzählen und schreiben will, war so wichtig.
Und je mehr ich schrieb, desto mehr kam ich mir selbst auf die Spur.Zeit, bzw. RAUM für mich zu haben ist essentiell.Diesen Raum nehmen wir uns.Müssen ihn zuweilen wie eine Löwin verteidigen.
Eines ist klar - als kreative Frau, als Künstlerin mit 1000 Ideen UND Kids und Alltag und Haushalt und Partner UNd undundunduuuund ist es eine riesen Herausforderung, sich selbst wahrzunehmen, zu spüren, was man braucht, und das auch einzufordern.
Frau möchte allem und allen gerecht werden, möchte, das niemand zu kurz kommt, am allerwenigsten die Kinder und so wird im Alltag, zwischen den kleinen und grossen Momenten, das eigene Wohl und die eigenen Bedürfnisse immer wie nebensächlicher.
Bis es irgendwann ganz vergessen wird.
Und die Frau sich fragt: “und was ist mit MIR??”
So viele verschiedene Faktoren spielen da mit rein:
frau tut sich schwer, für ihre Bedürfnisse einzustehen, weil sie so hohe Ansprüche an sich als Mutter hat ((denen sie, by the way, sowieso nie gerecht wird)).
Frau tut sich schwer, für ihre Bedürfnisse einzustehen aus Angst vor Ablehnung. Eine sehr tiefe Angst, die wir alle in uns tragen. Das Bedürfnis nach Zugehörigkeit entspricht gemäss Maslow einem Grundbedürfnis-
schon als Kinder lernen wir, uns und unsere Bedürfnisse zu verleugnen um in unserer Herkunftsfamilie zugehörig zu sein.
Die meisten von uns hatten keine Vorbilder, die uns vorgelebt haben, gut für uns selbst zu sorgen und unsere Gefühle authentisch auszudrücken.Nein nein, das konditionierte Weibliche Bild ist entspricht eher einer Hotelrezeption. Und an dieser Hotelrezeption steht die Frau, die Mutter, und zwar IMMER. Manchmal kommt gar niemand vorbei. Oder will irgendwas von ihr. Aber sie MUSS in diesem Service sein, dort an der Reception stehen.
Und hier stehen wir nun. Inmitten des Geschreis und Wahnsinns des Alltags. Fragen uns: “Scheisse. Was hab ich mir da nur eingebrockt.”
Wissen, mit jeder Faser unseres Seins, dass sich etwas ändern MUSS- aber WIE? Wie zum Geier soll frau sich mehr Raum verschaffen wenn alle Ressourcen schon so verdammt knapp sind?
Ja, es IST möglich, sich als Mutter mehr Raum zu verschaffen. Und es ist wichtig, immer so wichtig, in diesem Diskurs mehrere Wahrheiten als gleichzeitig wahr und präsent einzubeziehen:
JA, du hast, als DU, als Frau, als Mensch, als Mutter, eine Agency, Entscheidungssouveränität, Gestaltungsraum und kannst dir nach und nach deinen Raum claimen und zurücknehmen.
JA es ist verdammt schwer, dies in einer kapitalistischen Welt zu tun.
Beides ist wahr.
Denn wir dürfen nicht alle Probleme und Herausforderungen auf das Individuum abwälzen.
Wir müssen gemeinsam Lösungen finden und neue Wege gehen, UND wir haben als Individuen Möglichkeiten, in all unseren Handlungen und Entscheidungen Veränderungen herbeizuführen.
Beides ist wahr.
Und daher möchte ich hier auf einen Mythos eingehen, um die ganze Diskussion etwas entspannter angehen zu können.
Vereinbarkeit- der Todschläger.
Nein, du bist nicht zu blöd, schlecht organisiert, fahrig strukturiert, zu wenig diszipliniert, zu faul oder sonst irgendwie falsch.
Vereinbarkeit an sich ist einfach eine dicke, fette, grosse Lüge.
In unserer individualisierten Gesellschaft, in der die Last der Verantwortung auf der Kleinfamilie liegt, in der keine Gemeinschaft oder Grossfamilie die Kinder mitträgt, liegt es am Ende des Tages oft an der Frau, die Kinder zu begleiten und den Dschungel des Familienalltags den Überblick zu behalten. Denn die Frauen sind es, die in den meisten Fällen die Care Arbeit, oder den Löwenanteil daran tragen.
Lasst uns also diesen Mythos der Vereinbarkeit in die Tonne schmeissen, im Wissen darum, dass dieser Anspruch das Leben vieler Frauen, die Mütter sind, oft nur zusätzlich belastet.
Diese Last möchte ich von deinen Schultern nehmen, da erstmal ordentlich drauf klopfen und sagen:
Du machst es fantastisch.
Ja, vielleicht ist es dir zuviel.
Ja, du zweifelst und ja, du verlangst viel von dir.
Aber du bist eine grossartige Mutter und kannst deinen Kindern ein riesen Geschenk machen, wenn DU lernst, für deine Bedürfnisse einzustehen und dir im Alltag mehr Luft, Freiheit und Unabhängigkeit zu verschaffen. Dir den Raum zu nehmen also.
Dadurch zeigst DU ihnen, dass DU dir wichtig bist und lernst ihnen wiederum, gut für sich selbst zu sorgen.
Tatsächlich ist es so, dass wir IMMER Abstriche machen, sobald wir mit jemanden in Beziehung treten. Letztlich macht dieser Austausch, diese Dynamik jede Beziehung spannend und zu einem unendlichen Lernfeld.
Wir müssen uns anpassen, oftmals zurücknehmen, gemeinsam nach Lösungen suchen, die immer wieder fordern, dass wir Kompromisse machen.
Und das ist ok.
Nehmen wir also mal an, du hast zwei Kinder, vielleicht bist du gerade in Elternzeit, dein Partner oder deine Partnerin arbeitet Voll oder Teilzeit, und du merkst, dass die Last des Alltags schwer auf deinen Schultern liegt und du dringend Verschnaufpausen brauchst.
Der Tag hat 24 Stunden.
Und die sind VOLL.
Mit dem ((scheinbaren)) Verlust der Unabhängigkeit geht oft ein Gefühl einher, dass wir keine oder kaum mehr Selbstbestimmung haben, dass unsere Handlungsfreiheit DURCH unsere Kinder und die Mutterrolle stark eingeschränkt ist.
Und da ist diese tiefe Sehnsucht.
Die Sehnsucht nach dir selbst….
Diese Sehnsucht WILL ernst genommen werden.
Sie braucht
RAUM.
Dahinter liegt etwas, was auf dich wartet, von dir zur Brust genommen, und mit Leben eingehaucht werden will.((das erinnert mich an die Geschichte der Skelettfrau in der Wolfsfrau)).
Sich diesen tiefen Sehnsüchten hinzunehmen, kann so konfrontativ sein.
So herausfordernd. Und es ist, aus meiner Sicht, so unglaublich magisch und bestärkend, wenn wir in diesen Prozessen bezeugt werden, gehalten, gesehen.
Wenn wir Cheerleaders an unserer Seite haben, die uns anfeuern, Menschen, die uns einen ((virtuellen)) Tee brühen, uns über die Haare streichen und uns sagen:
ich bin stolz auf dich.
Ich sehe dich.
Ich bin da.
Du bist nicht alleine.
Wir brauchen einander.
Denn es ist so, und ich sage es nochmal und werde es noch 1000 mal sagen:
self love is a community effort.
Zusammen geht alles besser.
Visuell habe ich das immer so gesehen: der ((sichere)) Raum, wo du dich authentisch und verletzlich zeigen kannst, ist der Raum, wo du auftankst. Wo du dir Ermutigung und Erinnerungen holst, wenn du sie brauchst. Der Kokon. Der Hafen.Das stärkt dich darin, dich in der Welt da draussen zu zeigen.
Und wenn du wieder Streicheleinheiten brauchst, dann gehst du wieder in den ((sicheren)) Raum, und tankst auf, und erholst dich von deinen Mutanfällen im Kokon.
((Warum ((sicher)).Weil es natürlich keine 100% sicheren Räume gibt. Du kannst von einem Labrador getriggert sein, und wenn ich das nicht weiss, dann wirst du getriggert, oder sogar retraumatisiert. Daher benutze ich diesen Begriff nur selten.))
Überall dort, wo es Menschen gibt, gibt es Reibungsfläche, das Risiko, verletzt zu werden.
Aber was wir können, ist den Raum so sicher wie möglich zu schaffen.Und das machen wir in erster Linie mit Grenzen- das dir klar wird, wo du anfängst, und wo du aufhörst.
Wo machst du dich kleiner, damit andere sich nicht unwohl fühlen?
Das ist eine Grenzüberschreitung.
Wo übernimmst du Verantwortung, die nicht deine ist?
Auch das ist eine Grenzüberschreitung.
Die Grenzen kreieren also Paradoxerweise den Raum.
Das hat mich in den vielen Gruppen, die ich begleitet habe, auch immer wieder so fasziniert - wie ein paar "kleine" Übereinkünfte, ein paar Kommunikationstools für sich schon so viel bewegen.
Raum zu nehmen heisst, dich für deine Bedürfnisse und Sehnsüchte zu öffnen, sie ernst zu nehmen, und nach ihnen zu handeln.
In den letzten sieben Jahren durfte ich immer wieder erleben, welch unglaubliche Kraft entsteht, wenn wir gemeinsam solche Räume kultivieren. Wenn du in einem Raum erleben kannst:ich muss mich hier nicht verbiegen - ich kann gar keine Worte finden für diese Kraft.
Ich habe so viele Frauen begleitet, die einen Zusammenhalt, einen Halt, ein Verständnis fanden, das sie vorher so in ihrem Leben nicht kannten. Warum? Weil sie sich vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben nicht zensieren mussten.
Da sind Freundschaften und Kollaborationen entstanden. Jetzt, nach einer längeren Pause und einem Zwischenstop auf Telegräm ist es Zeit für eine Renaissance der PussyPower Gruppe.
Und ich freue mich, und bin gespannt auf die nächste Etappe.
Diese Entscheidung ist mir nicht nur leicht gefallen. Ganz und gar nicht.
Ich feiere diese Community ((DICH!!!)) sososososooooo hard!
Sie ist wichtig.
Sie lebt.
Sie pulsiert und wird weiter getragen
- jedes Mal, wenn du NEIN sagst
- PUSSY POWER!
jedes Mal, wenn du an einem banalen Dienstag Morgen plötzlich einen so sanften und liebevollen inneren Raum entdeckst
- PUSSY POWER!
Jedes Mal, wenn du für dich einstehst, und sagst, was du wirklich denkst, und dir wirklich wünscht
- PUSSY POWER!
Jedes Mal, wenn du dir etwas neues zutraust, es dir zuMUTest, einen fucking leap of faith machst
- PUSSY POWER!
jedes Mal, wenn da ein Raum der Erlaubnis für schwierige Gefühle ist
- PUSSY POWER!
Jedes Mal, wenn du eine Frau feierst, und ihr deine Wertschätzung in Worten zeigst
- PUSSY POWER!
Jedes Mal, wenn du dich für DICH entscheidest, für deine Freude, deinen Genuss
- PUSSY POWER!
Jedes Mal, wenn du etwas kreierst, was für dich von Bedeutung ist
- PUSSY POWER!
Jedes Mal, wenn du dich in deinem Körper wohl fühlst, und merkst - er gehört dir, dir, und nochmal dir, und dein Genuss, er gehört dir, dir und nochmal dir
- PUSSY POWER!
Und jedes Mal, wenn nichts von all dem ist, und du dich einfach nur depressiv, unwichtig, BÄH, blöd, doof, gagi, und alles scheisse fühlst, und es fast nicht mit dir selbst aushältst, und DOCH wieder hart zu dir bist, und nix mit sanft und liebevoll und dabei wolltest du doch und hattest dir doch vorgenommen und so
-----dann erst recht((und jetzt alle!!!))
PUSSY POWER !!!!!
We are all joined.
We are all a part of it.
Die Togetherness lebt.
Und we've only just begun. Und wir haben noch so fucking viel mehr zu sagen, zu tun, zu erschaffen - und I love you.Und I see you.And I bow to you.
Much LOVE
Elisabeth
Und jetzt bin ich so kollosal müde, dass ich nur noch ins Bett falle, und Sex Education weiter schaue.
"She was powerful. not because she wasn't scared but because she went on strongly despite the fear." atticus
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