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Hast du beim Sex schon mal nicht NEIN gesagt?

  • lisefreedli
  • 10. Okt. 2023
  • 4 Min. Lesezeit

Über Verunsicherungen, Genuss und Vorstellungen über dich und deine Lust.


Hast du beim Sex schon mal nicht NEIN gesagt?

Obwohl du Schmerzen hattest, scheisse geleckt wurdest, keinen Genuss verspürtest?

Hast du dich nicht getraut, nein zu sagen, weil du im Bezug auf deinen Körper und deine Lust verunsichert warst?

Weil du dachtest, du müsstest irgend einem Bild von FRAU oder LUST oder GENUSS entsprechen?

Hattest du schon das Gefühl, dass dein Genuss nicht genug ist - dass du nicht genug bist, sexuell, dass du irgendwie performen musst?

Bei meinem ersten Freund tat ich manchmal so, als hätte ich den Sex meines Lebens, obwohl meine cntuxjdknckt ((damals hatte ich auch noch kein comfy Wort für meine PUSSY!)) nur weh tat.

Bisschen stöhnen is nich schwer - die Würde vor dir selbst dadurch zu verlieren hingegen echt scheisse.

Ich verstand nicht, dass die Liebesbeziehung zu mir selbst und meiner Pussy das Tor zu allem war.

Denn ich dachte, dass ich einem bestimmten Bild entsprechen muss.

Über die Jahre hat sich in meiner Pussy viel WUT angestaut. Sie hatte sämtliches Vertrauen in mich verloren und erst durch viel Tantra und Slow Sex und Katharsis und Atemarbeit konnte ich überhaupt wieder ins fühlen kommen.

Jahrelang war meine Pussy einfach taub.

Und ich war wütend, soooooo wütend.

Wütend auf mich selbst, weil ich meinen Körper nicht kannte.

Wütend auf die Welt - weil sie mich in dem Glauben grosszog, dass meine Lust nicht mir gehört, sondern nur dazu da ist, irgend einem Dude Lust zu verschaffen, und mein Körper nur da, um von einem Mann betrachtet, bewertet und benutzt zu werden.

Wütend auf die Welt, die mich und meinen Körper und meine Lust objektifiziert hatte, und mir somit das wichtigste genommen - die Souveränität und Freiheit über meinen eigenen Körper.

Wütend, weil ich diese grosse fette patriarchale Kacke jahrelang glaubte.

Und wütend über all den Genuss, der mir jahrelang verwehrt blieb, weil ich dachte mein Körper gehört nicht mir und sei nur dazu da, andere zu befriedigen.

Dann wurde ich Mutter.

Und nach der Geburt von meiner ältesten Tochter, 23 Jahre jung und immer noch verloren in vielerlei Hinsicht, lag ich im Pyjama im Wochenbett.

Mein Kind schlief neben mir.

Eine Tochter.

Und ich spürte, dass jetzt alles anders war.

Dass ich kein Mädchen mehr sein will, dass mit ihrem Körper alles machen lässt.

Die Geburt meiner Tochter hatte mich zur Frau gemacht, auch wenn ich keinen Schimmer hatte, was das zu bedeuten hatte.

Ich spürte einfach, dass etwas ((alles?)) fundamental anders war als vorher.

Sie lag neben mir, in unserem grossen Bett.

Rings um unser Haus Wald, nichts als Wald.

Das Bauernhaus stand mitten in einer grossen Waldlichtung.

Paar Pflanzen, meine Plattensammlung, meine Bücher, Bildli und Krimskrams, ein riesen Bett und an der Wand ein riesen Plakat von einem Leoparden.

Er lag mitten im Wald, der Leopard, genau wie wir zwei auf unserem grossen Bett.

Meine Tochter und ich.

Und er sah mich an - voller.... Würde.

Das Plakat hatte ich gestohlen, irgend so ne Werbung für fairen Holzabbau.

Eines Nachts bei strömenden Regen - denn wer gerne Poster klaut, weiss, dass die nur abgehen wenn sie richtig schön nass sind.

Jetzt hing der Leopard bei uns im Zimmer.

Würdevoll.

Wir schliefen neben ihm, ich las Anna Karenina, während meine Tochter schlief, ich las Das Tao Der Frau und Zen in der Kunst des Bogenschiessens, ich las Die Wolfsfrau, immer und immer wieder, und Die Geburt ist nicht der Anfang, und natürlich Ingeborg Stadelmann , Mutter Natur und Auf der Suche nach dem verlorenen Glück.

Ich war jetzt Mutter, und neben mir mein Kind.

Schlafend, so klein.

Ein Mädchen.

In was für eine Welt wird sie geboren? Und wie the fuck kann ich sie beschützen, ihr zeigen, dass sie gut und genug ist, so wie sie ist, und das ihr Körper ihr alleine gehört? Dass sie etwas dürfen will, etwas fordern, laut und leise sein, und in dieser Welt ihren Platz einnehmen?

Und wer war ich überhaupt? Und was für ein Modell von Frau würde ich ihr vorleben?

Ich schwor mir an diesem warmen Spätherbstlichen Tag, dass ich mir meine Würde zurück holen würde.

Bit by bit.

Koste es, was es wolle.

Dass ich NEIN sagen würde.

Dass ich für meine Bedürfnisse einstehen würde.

Dass ich für mein Mädchen ein Vorbild sein werde - eine würdevolle, freie, unabhängige Frau, die weiss was sie will und was sie kann und sagt, was sie denkt und was sie braucht.

Die für sich einsteht, ihre Grenzen wahrt und Raum einnimmt. Die ihren heissen Scheiss macht, ohne IRGEND JEMANDEN um Erlaubnis zu fragen. Die sich die volle Erlaubnis gibt, die zu sein, die sie ist.

Ja, für mich und mein Mädchen würde ich das tun.

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Es wurde ein langer Weg.

Ganze neun Jahre hat es gedauert, bis meine Pussy und ich endlich, endlich eine Liebesbeziehung führten.

((Und wir führen unterdessen regelmässig Muschitalks, meine Pussy und ich. Das PUSSSY BREATHING mp3 werde ich bald auf meiner Homepage hochschalten, sobald ich das mit der fucking technik geschnallt habe und der Shop steht)).

Meine Pussy ist sozusagen meine Beraterin in jeder Lebenslage.

Millimeter für Millimeter hab ich sie erforscht, und auch zu meinem Muttermund und meiner Gebärmuddi und meinen Ovaries hab ich ein echt flottes Verhältnis.

Warum erzähl ich dir das alles?

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Weil ich mir so sehr für dich wünsche, dass du endlich mit jeder Zelle deines Körpers spürst,

DASS DU OK BIST, SO, WIE DU BIST!

Ich will, dass dieses Ok Feeling durch deine Arterien fliesst, dass du es ein und wieder ausatmest, du damit aufstehst und damit schlafen gehst.

Ich wünsche mir das für unsere Töchter und Töchter Töchter.

Und Töchter Töchter Töchter Töchter.

Undsoweiter.

DEINE PUSSY IST OK.

DEIN GENUSS IST OK.

DEINE LUST IST OK.

DEIN ORGASMUS IST OK.

WENN DU KEINEN ORGASMUS HAST IST DAS OK.

DU BIST OK.

DU BIST OK.

DU BIST OK.

DU BIST OK!!!

Es ist Zeit, diese patriarchale Kackscheisse Stück für Stück wegzuatmen, aus deinen Zellen rauszuschütteln, dir die Seele aus der Pussy zu schreien!

Es reicht, verdammt!

Keine einzige Frau soll sich mehr falsch fühlen!

YOU DESERVE SO MUCH MORE THAN THAT!

((spooooilr 1: ungefähr 20% der Frauen hatte noch nie einen Orgasmus - eine Frau, die ich letztes Jahr begleiten durfte, hatte während unserer Zusammenarbeit zum ERSTEN MAL während dem Sex einen Orgasmus. ))


((spoilrrrrr 2: ja, in meiner Arbeit tauchen wir tief ein in deinen Körper und deine Wahrnehmung und jajajaaaaa, manchmal sind die Frauen auch fudiblutt in meinen Sessions und betrachten sich im Spiegel und erfahren zum ersten Mal, sich fucking amazing in ihrem Körper zu fühlen. Jajaja, alllllsonkram mach ich imfall.))


Ich liebe dich.

Du bist wunderbar.

Dein Körper gehört dir.


Und ja, ich habe keine abschliessenden 10 Schritte Übungen für dich. Denn was wir tun können, ist, unsere Körper, unsere Lust, unser Raum jeden Tag ein Stück’chen mehr für uns zurück zu erobern.


Indem wir NEIN sagen, wenn wir NEIN fühlen.

JA schreien, wenn wir JA spüren.

Unsere Stimme benutzen, auch wenn unsere Knie pfludiweich sind, und dann merken:

I survived.


We all do our bit. Schritt für Schritt.


Much LOVE Elisabeth

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